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Sind Mysterienschulen heutzutage noch notwendig?

Artikel des A.O.R. Großmeisters publiziert in der Zeitschrift "Bewusst Sein" Nr. 227, Februar 2007

Diese Frage wird oft in esoterischen Kreisen gestellt, und die Antworten der Esoteriker gehen weit auseinander. Von den Rosenkreuzern, Gnostikern, Templern und Martinisten berichtet man, dass sie zahlreiche Geheimnisse bewahren und an jene weitergeben, die für würdig und reif gehalten werden. Gerade dies schüchtert viele Esoteriker ein. Manche fürchten sich davor, dass sie zu jener Gruppe gerechnet werden, die für unwürdig gehalten wird, diese Geheimnisse zu empfangen. Das geistige Gesetz besagt: "Wenn der Schüler bereit ist, dann erscheint die Lehre."

Mehr denn je werden authentische Mysterienschulen benötigt, denn es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Esoterik, wie sie in Buchhandlungen und Seminaren zu finden ist, und jener "geheimen" spirituellen Unterweisung der Mysterienschulen.

Es gibt zahlreiche esoterische und therapeutische Wege, die frei angeboten werden. Allesamt haben sie eines gemeinsam, sie versuchen die Persönlichkeit zu schulen und zu veredeln. Sie bereinigen die Vergangenheit, die Gegenwart oder sogar die Zukunft. Sie lesen Muster auf und ersetzen sie durch neue und "bessere".  Bei manchen Systemen lernt man, sich frei zu atmen, bei anderen die Geburt neu zu erleben, andere führen dich auf geistige Reisen oder befragen "hohe" Wesenheiten um Lösungen für die Alltagsprobleme zu finden. Die Lehren der zeitlosen Weisheit unterscheiden zwischen einem hohen und niederen Selbst. Die meisten Menschen identifizieren sich mit dem niederen Selbst und dem so genannten "ICH". Das höhere Selbst, das in den Religionen als "Gott" bezeichnet wird, ist das eigentliche Thema der Mysterienschulen. Statt am "niederen" Selbst zu arbeiten, richtet die Mysterientradition die volle Aufmerksamkeit darauf, eine stete bewusste Verbindung zum höheren Selbst zu schaffen. Lediglich Meditation oder das theoretische Studium bewirken hier nur wenig wirkliche Ergebnisse, wie uns die Meister der Inneren Schule berichten.

Deshalb haben sie seit Anfang der Menschheitsgeschichte einen Weg geschaffen, um die Menschheit evolutionär zu schulen. Die von den Rosenkreuzern vertretenen Prinzipien sind auf die zeitlose Weisheit gegründet. Diese Gesetzmäßigkeiten sind ewig gültig. Der initiatorische Pfad wurde so gegründet. Wahre Initiation ist stets innerlich und äußerlich. Das, was echte Mysterienschulen wirklich hüten, ist die Flamme der Einweihung. Diese geben sie in den Initiationsriten weiter. Ein korrektes Ritual, das die zeitlose Weisheit und das kosmische Mysterium offenbart, bildet eine Verbindung vom Höheren zum Niederen. Denn eines ist gewiss: Das Höhere Selbst ist der wahre Lenker. Diese zeitlosen Riten erheben den Menschen aus der Illusion eines getrennten Daseins und enthüllen ihm die immerwährende bewusste Einheit allen Seins.

In den Lehren der Rosenkreuzer finden sich antike Philosophie, christliches Gedankengut, genauso Lehren, die aus vorchristlichen als auch aus der modernen Wissenschaft stammen. Die "wahre Tradition" konzentriert sich auf den individuellen spirituellen Fortschritt, und zwar durch die initiatorische Arbeit. In der westlichen Tradition finden sich auch Elemente der östlichen spirituellen Schulung, hauptsächlich jene der inneren Lehre des Taoismus, Tantra, Buddhismus, Hinduismus und Yoga. Die westlichen Lehren werden in den Bereichen Alchemie, Kabbalah, Astrologie, Geomantie, Tarot, Theurgie und Mystik weitergegeben.

Seit Jahrtausenden stehen die Tore der Weisheit offen, für jene, die bereit und mutig sind diese zu durchschreiten.