Das Einweihungssystem der westlichen Tradition
Der Alte Orden der Rosenkreuzer ist eine initiatorischer Mysterienschule. Das heißt neben den äußeren Mitgliedern gibt es Initiierte, Eingeweihte.
Mitglied oder besser äußeres Mitglied des A.O.R. kann jeder werden, der sich für die Lehren der Rosenkreuzer interessiert. Dazu genügt eine einfache Anmeldung. Für die Einweihung können sich nur Mitglieder des A.O.R. bewerben. Nach einem persönlichen Gespräch mt einem Logenverantwortlichen wird dein Aufnahmegesuch an die Großloge weitergeleitet und dann wird der Antrag entweder angenommen oder abgelehnt.
Annahme oder Ablehnung stehen in keinem Zusammenhang mit der Dauer einer Mitgliedschaft – vielmehr einzig mit deiner inneren Bereitschaft, Teil des großen Werks zu werden.
Nach der Einweihung in der Loge beginnt die reguläre Mitgliedschaft im A.O.R.. Davor studiert der Schüler im äußeren Kreis die Mysterien der westlichen Tradition unter der Obhut von fortgeschrittenen Eingeweihten des A.O.R.. Die theoretischen und praktischen Instruktionen bereiten den Schüler darauf vor, den heilenden Segen des spirituellen Lichts zu empfangen. In der Loge wird der Eingeweihte von Adepten des Rosenkreuzer Ordens unterrichtet.
An der Schwelle des Ordens
Eingeweihter, 0=0
Traditionell wird der Erste oder Äußere Orden in folgende Grade unterteilt:
- Zelator, 1=10 (Erde, Malkuth)
- Theoricus, 2=9 (Luft, Jesod)
- Practicus, 3=8 (Wasser, Hod)
- Philosophus, 4=7 (Feuer, Netzach)
Zwischen dem Ersten und Zweiten Orden ist das Portal der Adepten.
- Philosophus Senior, 4=7 Sr. (Geist, Portal)
Der Zweite oder Innere Orden umfasst:
- Adeptus Minor, 5=6 (Tiphereth)
- Adeptus Major, 6=5 (Geburah)
- Adeptus Exemptus, 7=4 (Chesed)
Zwischen dem Zweiten und Dritten Orden ist der Abyss.
- Adeptus Exemptus Senior, 7=4 Sr. (Daath)
Der Dritte Orden umfasst:
- Magister Templi, 8=3 (Binah)
- Magus, 9=2 (Chokmah)
- Ipsissimus, 10=1 (Kether)
Jeder Einstimmung entspricht also einer Sphäre (Sephira) – einem der Kreise auf dem kabbalistischen Lebensbaum. Die zehnte Sphäre, das Königreich, ist der niedrigste oder äußerste Ausdruck der Lebenskraft und entspricht der physischen Ebene.
Der Kandidat arbeitet sich zur Krone empor, entgegen der Reihenfolge der Pfade des Lebensbaumes. Er beginnt dort, wo er jetzt steht, denn der Weg der Initiation ist ein Pfad der Rückkehr. Nach seiner Initiation ist er nicht mehr Frau X oder Herr Y, sondern ein Eingeweihter der westlichen Mysterientradition.
Die Einstimmungen des äußeren Ordens bereiten den Eingeweihten der kleinen Mysterien auf die Arbeit des inneren Ordens vor. In den Einstimmungen des äußeren Ordens (Zelator, Theoricus, Practicus und Philosophus) werden die vier Elemente der Alchemie (Erde, Luft, Wasser, Feuer) ausbalanciert.
Übertragen auf den Lebensbaum werden schrittweise z.B. der physische Körper, der Geist, Gefühle und der Wille harmonisiert. Im Portal oder der Feuerprobe wird das Fünfte oder ursprünglichste Element eingestimmt. Wenn der Kandidat nach ausreichender Vorbereitung als würdig erachtet wird, lädt ihn der innere Orden ein, um die Hohe und Innere Einweihung in die Großen Mysterien zu empfangen. Welche die mystische und kontinuierliche Vereinigung mit dem wahren Selbst darstellt. Diese Stufe wird als Erleuchtung bezeichnet.
Der innere Orden setzt sich aus den erleuchteten Adepten (Minor, Major, Exemptus) zusammen.
Zur Inneren Schule gehören Avatare oder die Meister der inneren Schule, welche die spirituelle Evolution der Menschheit lenken. (Magister Templi, Magus, Ipsissimus.)
In den Manifesten wird dieser Orden als unsichtbar bezeichnet. Man sollte jedoch nicht annehmen, dass sich dieser Orden deshalb aus körperlosen menschlichen Intelligenzen zusammensetzt. Auch sind seine Mitglieder keine Übermenschen, die eine Region bewohnen, die man als „höhere Ebenen“ beschreiben würde. Ebenso wenig setzt er sich aus unsichtbaren Wesen zusammen. Seine Mitglieder sind Männer und Frauen, die auf der Erde in physischen Körpern wohnen. Jedoch sind sie für das profane Auge unsichtbar, weil diese die Zeichen der Eingeweihten nicht erkennen können.
Wahre Rosenkreuzer erkennen sich untereinander. Ihre Erkennungszeichen können weder gefälscht oder nachgeahmt werden, denn diese Zeichen sind subtiler, als die Abzeichen und Kennworte gewöhnlicher Geheimgesellschaften.




